Sydney

Strand

Nachdem ich mich an die 10h Zeitumstellung gewöhnen konnte, wollte ich beinahe jeden Tag etwas unternehmen. Mein erstes Ziel war der Strand, um genau zu sein der wahrscheinlich beliebteste Strand: Bondi Beach. Er ist einer der längsten und mit Abstand schönsten Strände Sydneys.

Bondi ist ein sehr schöner Stadtteil mit vielen kleinen Läden und Restaurants. In Strandnähe scheint es den Menschen besser zu gehen, da sie ein entspannteres und positiveres Lebensgefühl ausstrahlen. Alle wirkten sportlicher, gesünder und glücklich.

Zudem sind meine Freundin und ich mit einer Fähre zum Manly Beach gefahren, welcher mir allerdings nicht besonders gefiel. Was ich wiederum an allen Stränden in Sydney genossen habe, waren die Wellen. Auch wenn man aufgrund des Wellengangs nicht schwimmen konnte, war es für mich immer ein Erlebnis ins Wasser zu gehen, mich an warmen Tagen zu sonnen oder einfach nur auf dem Sand zu sitzen und auf’s Meer zu schauen. Als ich mich das erste Mal am Bondi Beach ins Wasser begeben habe, überkam mich ein sehr intensives Glücksgefühl. Ich kann mit Sicherheit sagen, dass ich schon lange nicht so glücklich und zufrieden war, wie in diesem Moment. Ich habe jede Sekunde genossen und mir ist relativ schnell bewusst geworden, dass ich mich am Meer am wohlsten fühle.

Stadt

An einem Samstagmorgen habe ich gemeinsam mit Jenni und einer neuen Bekanntschaft aus dem Hostel eine kleine Rundtour durch Sydney unternommen. Dabei machten wir Halt am berühmten Opera House, am Luna Park und der Sydney Harbour Bridge, welche wir auch überquerten.

Dadurch, dass mir bewusst war, dass ich für eine Weile in Sydney bleibe, konnte ich mir relativ viel Zeit nehmen, um mir alles anzusehen. Dadurch habe ich mir meist immer nur eine Aktivität für den Tag vorgenommen.

In der zweiten bzw. dritten Woche war das Wetter schlecht, da es beinahe ununterbrochen regnete und es sehr windig sowie für australische Verhältnisse „kalt“ war. Die Sonne schien nur ab und zu. Wir nutzten einen dieser Tage für einen kleinen Ausflug in die Kunstgalerie von NSW und betrachteten u.a. Kunstwerke australischer und europäischer Künstler, temporäre Ausstellungen sowie die Kunst der Aborigines.

Natur

Einige Tage später hatten wir besseres Wetter und machten den Coastal Walk. Wir fuhren mit dem Bus zum Bondi Beach und machten uns an der Küste entlang auf dem Weg zum Coogee Beach, welcher das Ende des Walks darstellte. Dabei passierten wir u.a. den Tamarama und den Bronte Beach. Zu Beginn schien die Sonne, weshalb wir zum Schluss noch etwas Zeit am Strand verbringen wollten, doch je weiter wir kamen, desto schlechter wurde das Wetter. Dennoch war es wirklich wunderschön an der Küste entlang zu gehen und dem Wasser so nah zu sein.

Drei Tage darauf unternahmen wir einen Ausflug nach Palm Beach. Dazu mussten wir rund 2h mit dem Bus nach Norden fahren. Da wir uns vor Ort nicht gut auskannten und in den Bussen keine Haltestellen angezeigt bzw. angesagt werden, sind wir leider einige Haltestellen zu früh ausgestiegen und deshalb den restlichen Weg (2.4km) zu Fuß gegangen. Zuerst sind wir nach oben zum Leuchtturm gewandert und danach haben wir einen anderen Weg nach unten genommen, um auf die andere Strandseite zu gelangen.

Ein Ort an dem ich relativ viel Zeit in Sydney verbracht habe, war der Botanische Garten. Mit all den riesigen Grünflächen/Parkanlagen und der Pflanzenvielfalt entdeckte ich jedes Mal aufs neue eine andere Ecke, in der ich zuvor noch nicht war. Der Botanische Garten beinhaltet auch ein Herbarium mit fleischfressenden Pflanzen, welches sehr schön gestaltet wurde. Meist ging ich aber in diesen Park um Sport zu machen.

Mein letztes Erlebnis in Sydney war die Mardi Gras Parade der LGBTQI+ Community. Für die Parade wurden mehrere Straßen in der Innenstadt gesperrt und es war wie eine riesige Party, an der alle teilnahmen. Mehrere große und bunt geschmückte Wagen fuhren durch die Straßen, es wurde Musik gespielt und getanzt.

Mir hat die Zeit in Sydney sehr gefallen und ich kann kaum glauben, dass bereits ein Monat vergangen ist. Ich habe neue Erfahrungen sammeln können, neue Freundschaften geschlossen und hatte jede Menge Spaß. Zudem ist Sydney eine sehr schöne Stadt, in welcher man gerne länger bleibt. Allerdings ist sie auch nicht billig und ich muss mich nun intensiver auf Jobsuche begeben.

Momentan befinde ich mich für zwei Tage in Canberra. Viele haben mich gefragt weshalb ich in die Hauptstadt fahre und mir davon teils sogar abgeraten, da es hier nichts Interessantes geben soll. Ich möchte diese Stadt allerdings selbst erleben und mir mein eigenes Bild machen. Nach dieser Zeit fahre ich weiter nach Melbourne. Ich habe die Hoffnung dort einen Job zu finden, um weiterhin meine Reise zu finanzieren. Ansonsten habe ich mir noch nichts vorgenommen und lasse alles auf mich zukommen.